Faire Arbeitsbedingungen entlang unserer Lieferkette: So setzen wir auf soziale Standards

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| Karin Nelke-Mertens

Faire Arbeitsbedingungen entlang unserer Lieferkette: So setzen wir auf soziale Standards

Ein Sicherheitsschuh schützt Füße vor herabfallenden Lasten, spitzen Gegenständen oder der Kettensäge. Aber wer schützt eigentlich die Menschen, die diesen Schuh herstellen?

Genau diese Frage begleitet uns bei Lupriflex seit Jahren – und sie lässt sich nicht mit einem Satz auf der Verpackung beantworten.

Sicherheitsschuhe entstehen in internationalen Lieferketten mit Fertigungsstätten in Europa und Asien. Jede Region bringt ihre eigenen Herausforderungen und Rahmenbedingungen mit sich. Wo produziert wird, ist wichtig. Noch wichtiger ist für uns, unter welchen Bedingungen produziert wird.

Stell dir vor, du hältst einen fertigen Sicherheitsschuh in der Hand: Das Leder wurde gegerbt, die Sohle vulkanisiert, die Nähte geprüft. Bis dahin haben Dutzende Menschen daran mitgewirkt – sie haben zugeschnitten, genäht, geklebt und kontrolliert. Über ihre Arbeitsbedingungen erfährt man beim fertigen Produkt allerdings nichts. Deshalb schauen wir nicht nur auf den Schuh selbst, sondern auch auf die Bedingungen, unter denen er hergestellt wird.

So setzen wir soziale Standards um

Deshalb sind wir Mitglied der amfori Business Social Compliance Initiative (amfori BSCI) – einer internationalen Initiative zur Förderung sozialer Standards in globalen Lieferketten.

Was bedeutet das konkret?

Unsere direkten Fertigungsstätten werden jährlich nach den Anforderungen des amfori-BSCI-Standards auditiert. Unabhängige Prüferinnen und Prüfer bewerten vor Ort unter anderem Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie weitere soziale Kriterien. Die Audits sind kein einmaliger Haken auf einer Checkliste, sondern Teil eines Prozesses, der regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.

Zum Verhaltenskodex von amfori BSCI gehören unter anderem:

  • das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit,
  • das Recht auf Vereinigungsfreiheit,
  • menschenwürdige Arbeitszeiten,
  • der Schutz minderjähriger Beschäftigter,
  • Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Wir haben uns verpflichtet, diesen Verhaltenskodex gemeinsam mit unserem direkten Produktionspartner umzusetzen. Genau dort lassen sich Abläufe nachvollziehen und – wenn nötig – gezielt weiterentwickeln.

Warum wir vor allem über „Tier 1" sprechen

Der Begriff „Tier 1" taucht häufig im Zusammenhang mit Lieferketten auf, wird aber selten erklärt.

Tier 1 bezeichnet die Fertigungsstätte, die direkt für uns produziert. Mit diesem Produktionspartner sind wir vertraglich verbunden und hier können wir Prozesse am unmittelbarsten begleiten und gemeinsam weiterentwickeln.

Vorgelagerte Stufen – beispielsweise Gerbereien oder Zulieferer für Sohlenmaterial – liegen weiter hinten in der Lieferkette. Dort sind Einflussmöglichkeiten naturgemäß begrenzter.

Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen der gesamten Branche. Wer vollständige Kontrolle über sämtliche Stufen einer globalen Lieferkette verspricht, verspricht derzeit mehr, als sich realistisch umsetzen lässt. Transparenz bedeutet für uns deshalb auch, offen über diese Grenzen zu sprechen.

Was wird bei einem Audit eigentlich geprüft?

Ein Audit betrachtet verschiedene Bereiche der Fertigung. Dazu gehören unter anderem

  • Arbeitszeiten und Überstundenregelungen,
  • die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei Löhnen,
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz,
  • sowie die Achtung grundlegender Rechte, beispielsweise Vereinigungsfreiheit oder das Verbot von Diskriminierung.

Werden Abweichungen festgestellt, werden diese dokumentiert und in den folgenden Audits erneut überprüft.

Warum sich dieser Aufwand lohnt

Internationale Lieferketten lassen sich nicht von heute auf morgen perfektionieren. Entscheidend ist deshalb, wie man mit den Ergebnissen der Audits umgeht. Gemeinsam mit unserem Produktionspartner leiten wir daraus Maßnahmen ab – beispielsweise Schulungen oder Verbesserungen einzelner Abläufe.

Gute Arbeitsbedingungen und qualifizierte Beschäftigte sind aus unserer Sicht wichtige Voraussetzungen für eine gleichbleibende Produktqualität. Deshalb gehören soziale Standards für uns ebenso zu einem verantwortungsvollen Herstellungsprozess wie technische Qualitätskontrollen.

Was das für dich bedeutet

Vielleicht fragst du dich, warum dieses Thema in einem Schuh-Blog und nicht nur in einem Geschäftsbericht auftaucht.

Ganz einfach: Hinter jedem Lupriflex Sicherheitsschuh stehen nicht nur Materialien und Fertigungsschritte, sondern auch Prozesse zur Überprüfung sozialer Standards. Regelmäßige Audits begleiten den Herstellungsprozess bereits, bevor der Schuh bei dir ankommt.

Das bedeutet nicht, dass du jeden Produktionsschritt selbst nachvollziehen musst. Es bedeutet aber, dass wir offen darüber sprechen, wie wir vorgehen. Wir dokumentieren die Ergebnisse unserer Audits und nutzen sie als Grundlage, um gemeinsam mit unserem Produktionspartner weitere Verbesserungen anzustoßen.

Fazit: Verantwortung zeigt sich im täglichen Handeln

Faire Arbeitsbedingungen und nachvollziehbare Prozesse in unserer Lieferkette gehören für uns zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung.

amfori BSCI und regelmäßige Audits sind dabei kein Selbstzweck. Sie helfen uns, soziale Standards systematisch zu überprüfen, Entwicklungen nachvollziehbar zu machen und unsere Prozesse gemeinsam mit unseren Produktionspartnern kontinuierlich weiterzuentwickeln.